Religion in Talilla
Talilla glaubt an das sabessische Pantheon. Die wichtigsten im Land verehrten Gottheiten sind Tandemeo und Marucea, danach folgen Saquira und Teava, Ancauvo, Ienna, Iumema, Sibeor und Dioreta.
Eine Ausnahme bildet die Stadt Talilla Astuvare?, in der Astuvar der wichtigste Gott ist, gefolgt von Saquira und Teava.
Begriffserklärung
Tempel
Ein Tempel ist ein größeres Gebäude, das nur einer Gottheit geweiht ist. Er kann Bereiche für andere Gottheiten enthalten, die vor Ort keine eigenen Tempel oder Schrein haben. Wichtigstes Merkmal eines Tempels ist allerdings, das es vor Ort mindestens einen ordinierten Priester gibt.
Schrein
Ein Schrein ist ein Gebäude, das groß genug ist, um für die wichtigsten Zeremonien dienen zu können, die talillas religöses Leben vorsieht. Auch ein Schrein ist immer nur einer Gottheit geweiht. Es gibt keinen ordinierten Priester vor Ort, die Menschen der Umgebung kümmern sich selbst um den Schrein.
Altar
Ein Altar ist ein Ort oder Platz, der einem bestimmten Gott geweiht ist. Es kann sich dabei um einen kunstvoll errichteten Schrank handeln, eine Nische in der Wand, einen Stein oder einfach nur um ein Stück Boden, und die Art eines Altars hängt stark von den Vorlieben der Gottheit ab, der er geweiht ist.
Altäre gibt es überall, am Wegesrand und in Privathaushalten, wo sie nicht selten mehreren Gottheiten geweiht werden.
Tempel
In jeder großen Stadt Talillas gibt es Tempel für alle Gottheiten. Die Lage und Größe der Tempel hängt vom zur Verfügung stehenden Platz genauso ab, wie von der lokalen Beliebtheit des betreffenden Gottes. So ist normalerweise der größe und schönste Tempel Tandemeo geweiht, nur in Talilla Astuvare ist es der Astuvartempel.
Die großen Städte sind damit auch den Zentren des religiösen Lebens.
Auch in kleineren Städten und auf dem Land spielen Platz und vor allem Geld für Baute und Unterhalt die entscheidende Rolle für den Bau eines Tempels. Oft wird hier nur ein Tempel gebaut, der Tandemeo geweiht ist, mit Altären für andere Gottheiten darin und einem Garten für Marucea daneben. In noch kleineren Siedlungen gibt es nurmehr Schreine für die Gottheiten oder sogar nur Altäre. Der wohl häufigste Altar in Talilla ist ein einzelner Baum, der Marucea geweiht ist, ein sogenannter Schutzbaum
Das Aussehen der Tempel verschiedener Gottheite ist sehr verschieden und hängt stark davon ab, welcher Gottheit sie geweiht sind. Alle Götter haben ihre Vorlieben unnd Attribute, die beim Bau berücksichtigt werden, damit das Gebäude das Wohlwollen und den Segen der entsprechenden Gottheit findet.
Die Falkentempel Tandemeos üben dennoch einen nicht zu unterschätzenden Einfluß auf die Architektur der anderen Tempel aus.
Götterdarstellung
Die Darstellung der Götter erfolgt in Menschengestalt. Diese ist meist idealisiert, doch läßt die Kunst durchaus das Herausarbeiten einzelner Schwächen zu, um den Charaktereigenschaften der Gottheiten gerecht zu werden.
Zusätzlich wird jede Gottheit mit mindestens einem zugeordneten Attribut versehen. Jede hat mehrere davon, die ihre verschiedenen Aspekte darstellen, so daß die Wahl der Attribute in der Darstellung nicht nur dem Gläubigen das Wiederekennen der Gottheit erleichtert, sondern auch die Interpretation des Künstlers bzw. Auftraggebers verdeutlichen kann. Bei Attributen kann es sich um Kleidungsstücke, Tiere, Gegenstände oder sogar ganze Gebäude handeln.
Einige dieser Attribute sind so bekannt, daß sie mit ihrem Gott gleichgesetzt werden und schon ihre bloße Darstellung eine Darstellung des Gottes ist.
Geistliche Berufe
In den Tempeln gibt es zwei verschiedene Berufe, die wie alle ehrbaren Berufe Talillas verschiedene Stufen haben. Sie teilen sich in die weltliche Seite der Tempeldiener und die geistliche der Priester.
Wie in allen Bereichen Talillas sind Frauen und Männer auch im religiösen gleichberechtigt, doch durch die Vorliegen und verschiedenen "Aufgabengebiete" der Gottheiten schwankt die Zahl von Geweihten eines bestimmten Geschlechtes je nach Gottheit stark. Die Bezeichnung "Priester" bezieht sich daher stets auf beide Geschlechter.
Ausbildung
Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, den Beruf eines Priesters zu erlernen und die entsprechenden Weihen zu empfangen. Priester weihen sich immer nur einem einzigen Gott, und so ist die Ausbildung strikt an diese Gottheit gebunden. Nur so ist entsprechendes Wissen gewährleistet, da sich Rituale und Zeremonien der einzelnen Gottheiten oft stark voneinander unterscheiden und oft sehr komplex sind.
Der Lehrling muß sich also zuerst entscheiden, welcher Gottheit er sein Leben weihen will.
Danach ist der Eintritt in eine Tempelschule der beste Weg, um Priester zu werden. Die Tempelschulen sind an große Tempel angegliedert, so daß sie dem Lehrling neben dem Lernen unter Gleichgesinnten auch das direkte Kennenlernen des Alltags im Tempel ermöglichen. Wie alle Schulen Talillas kosten die Tempelschulen Schulgeld, so daß ärmere Bewerber, die kein Stipendium erlangen, sie sich oft nicht leisten können.
Diesen bleibt immer noch die Möglichkeit, sich direkt an einen geweihten Priester ihrer ausgwählten Gottheit zu wenden und um Ausbildung zu bitten. Gerade Priester in kleineren Tempeln sind oft froh über die Hilfe, die ein Lehrling bedeutet, und sind im Gegezug bereit, ihn zu unterrichten.
Hoher Rat
Jede Gottheit hat einen Rat aus Priestern, den Hohen Priestern, den sogenannten Hohen Rat. Die Wahl in diesen Rat erfolgt auf Lebenszeit. Erst wenn ein Mitglied stirbt, wählen die anderen ein neues aus den Reihen der Priester der Dritten und Vierten Stufe des Landes. Dabei spielt es nur eine Rolle, daß der Priester sich der entsprechenden Gottheit geweiht hat, nicht welcher Gemeinde er vorsteht und ob er Verfügungsgewalt über andere Priester hat. Das bedeutet, daß prinzipiell jeder hochgebildete Priester in den Rat berufen werden kann.
Neben der Klärung der essentiellsten Glaubensfragen ist es die wichtigste Aufgabe des Rates, Priester zu ordinieren.
Aufgaben von Priestern
Die wichtigste Aufgabe eines Priesters ist das Halten eines Gottesdienstes. Es gibt viele festliche Anlässe, zu denen vielen Menschen kommen, vor allem, wenn es sich um das Fest eines persönlich wichtigen Gottes handelt. Zu den Hochfesten reisen viele Menschen sogar in die Städte, um dort die besonders prunkvollen Feiern mitzuerleben
Die Götter sind in Talilla eng mit dem Alltagsleben verbunden. Darum wenden sich viele Menschen mit ihren Problemen, Sorgen und Nöten an die Priester, die ihnen mit Rat und Gebet zur Seite stehen. Dazu braucht es keine Anmeldungen oder Audienzen, da in allen großen Tempeln und Hainen immer Priester für diese Aufgabe zugegen sind.
Für beinahe jeden wichtigen Schritt im Leben der Menschen gibt es einen zuständigen Gott, und viele Talener möchten sich seines Segens und seines Wohlwollens vergewissern. Das trifft für große Feiern wie Hochzeiten oder Beerdigungen genauso zu wie für Schiffstaufen, Handelsabschlüsse oder einfach nur das Segnen eines neuen Werkzeuges, damit die Arbeit gut gelingt. Viele Eltern unterstellen auch ihre Kinder dem Schutz einer einzelnen Gottheit.
Der Aufwand, der zu einer solchen Segnung betrieben wird, hängt vom Anlaß ab und kann von einem simplen Gebet und einem Opfer für die Gottheit bis zu einer mehrtägigen Feier reichen. Die Entschädigung, die der Priester der Gewohnheit nach erwarten kann, variiert entsprechend, allerdings gibt es keine festen Gebühren. Jeder soll soviel bezahlen, wie es dem Anlaß und seinen Lebensumständen angemessen ist und die Priester haben oft eine sehr genaue Vorstellung davon, was angemessen ist.
Nach dem Glauben der Talener findet das Gebet eines geweihten Priesters eher Gehör, als das eines normalen Menschen, weil der Priester der Gottheit näher steht und ihr Wohlwollen genießt. Daher beten Priester gegen eine Spende für die Gottheit oft mit Gläubigen zusammen oder gar für sie, um ihre Bitte zu unterstützen und ihr mehr Gewicht zu verleihen. Wer sich noch höhrer Gunst vergewissern will, kann eine ganze Tempelzeremonie oder einen Gottesdienst stiften.
Oft zahlen auch die Städte einen größeren Obulus an ihre wichtigsten Tempel, damit dort für den Schutz der Stadt und ihr Gedeihen gebetet wird.
- seinen Lebensunterhalt verdienen
Große Tempel haben oft genügend Grundbesitz, um sich selbst davon und mit Spenden zu finanzieren, so daß sie weitgehend unabhängig sind. In kleineren Gemeiden haben Priester oft noch einen zweiten Beruf, beackern ein Stück Land, schaffen Kunsthandwerk, kopieren Bücher oder betreiben Schulen.
Sonstiges
Das Alltagsleben der Priester orientiert sich eng und vor allem an den Anforderungen, die die Gottheit stellt, der sie sich geweiht haben. So lebt nur eine kleiner Teil von ihnen im Zölibat.
Für alle Priester gilt allerdings, daß sie zwar Besitz haben, aber keinen dazugewinnen dürfen, und daß sie keine Kinder anerkennen dürfen. So wird verhindert, daß sich die Diener der Götter persönlich bereichern oder versuchen, ihre Ämter zu vererben.
Es gibt auch klosterähnliche Gemeinschaften, in denen die Koinobiten dem Vater bzw. der Mutter Prior gehorsamspflichtig sind. Solche Gemeinschaften leben meist in mehreren, in einem geweihten Hain oder Schutzbaumgarten verstreuten, Häusern und sind damit gleichzeitig priviligiert und in Verantwortung, den Hain zu hegen.
Weiterführendes
Falke und Baum
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