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Namen der Neshtiseque

Jeder Neshtisequa bekommt von seinen Eltern unmittelbar nach der Geburt einen Namen, den "wahren Namen". Dieser Name wird rein nach Gefallen ausgewählt und hat keine prophetische Bedeutung oder Übersetzung. Vielmehr ist er Kennzeichnung der einzelnen Person, Ausdruck der Persönlichkeit und als solcher stark mit seinem Träger verbunden.

Nach dem Glauben der Neshtiseque ist diese Verbindung so stark, daß die Kenntniss eines wahren Namens Macht über dessen Träger verleiht. Daher wird der wahre Name mit großer Vorsicht gebraucht und nur wenige, sehr vertraute Personen kennen ihn überhaupt. Dazu gehören die Eltern und der Eistänzer? der Sippe, oft auch die Geschwister und je nach Maß der Vertrautheit sehr enge Freunde oder der/die Geliebte. Die Vertrauenspersonen vermeiden unter allen Umständen, den Namen an einen dritten weiterzugeben und verwenden ihn ausschließlich unter vier Augen, wenn sichergestellt ist, daß niemand sonst zuhört.

Für den alltäglichen Gebrauch nennen sich Neshtiseque bei Namen, die sie einander geben. Sie sind beschreibender Natur und geprägt durch die Beziehung der Person, die den Namen gibt, zu der Person, die ihn trägt. Die Neshtiseque sagen, daß sie den Namen als Beschreibung des Teils der Seele aussuchen, den sie kennengelernt haben.
Daraus ergibt sich einerseits, daß all diese Namen nur temporär sind. Anfangs sind sie eher allgemeiner Natur, wenn die Beziehung tiefer und enger wird, werden sie persönlicher, und mit geteilten Erlebnissen und Erfahrungen verändern sie sich. Andererseits bedeutet es auch, daß jeder Neshtisequa seinen eigenen Namen für einen anderen hat, so daß jeder viele Namen trägt, was für Nicht-Neshtiseque sehr verwirrend und sogar undurchschaubar sein kann.

Um sich einer neuen Person vorzustellen, wählt ein Neshtisequa selbst einen Namen aus. Das kann ein Name sein, der von einem anderen für ihn erfunden wurde, ein Name, den der Neshtisequa in diesem Moment selbst erfindet, manchmal zusammen mit einer Abkürzung oder Abwandlung des wahren Namens. Die Auswahl hängt dabei davon ab, wie die Situation des Kennenlernens empfunden wird und welche Bindungen oder Aversionen damit bereits einhergehen.
Das Abgeben einer Abwandlung, Abkürzung oder eines Teils des wahren Namens ist dabei ein Zeichen besonderen Wohlwollens oder Verbundenheit.

Der beim Kennenlernen angegebene Name wird ebenfalls als temporär angesehen und der Neshtisequa erwartet, daß sein Gegenüber ihn zu gegebener Zeit durch einen selbst erfundenen ersetzt.

Da niemals ein erstes Treffen einem anderen gleicht, kann niemand außer dem Neshtisequa selbst wissen, welchen Namen er anbieten möchte, um diese erste Zeit zu überbrücken. Es gilt daher unter den Neshtiseque als extrem unhöflich und sogar beleidigend, jemand anders vorzustellen und ihm so einen Namen aufzuzwingen.


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Letzte Änderung: March 15, 2009, at 05:51 PM