Eobragi
Die Eobragi sind eine große Inselgruppe vor der Nordküste Eoconors. Sie haben ein tropisches Klima und sind von üppiger Vegetation bedeckt. Durch die steilen Täler und tiefeingeschnittenen Buchten bieten sie gute Ankerplätze für Handelsschiffe, aber auch unzählige Verstecke für die Piraten, die es hier reichlich gibt.
Geschichte
Als erstes Volk Apaconors eroberten die Sabener die Inseln und gründeten hier mehrere Kolonien. Sie führten die Plantagenwirtschaft, insbesondere von Zuckerrohr und Baumwolle, ein und begründeten den Handel mit Gewürzen und exotischen Tieren, der noch heute die hohen Gewinne der Südlandfahrt? ausmacht.
Nach der Seeschlacht von Ianaca? 1087 auc mussten die Eobragi zusammen mit anderen Gebieten an Mai Hoi Ne? abgetreten werden. Die neuen Herren änderten zwar die politische Struktur ihrer Kolonie, führten die sonstigen Aktivitäten aber weiter wie bisher. Nur daß das Ziel des Handels nun weniger Sabessa? sondern eher Waish Nô, die große Hafenstadt an der Ostküste Mai Hoi Nes war.
Im Jahr 1485 auc gaben die Mai San alle überseeischen Kolonien auf, darunter auch die Eobragi. In das Machtvakuum rückten die Dhaharraner? nach. Diese waren allerdings nicht an politischer Herrschaft sondern allein am Handel interessiert, daher gab es oft erbitterte Gefechte zwischen verfeindeten Handelshäusern. Die Einwohner der Eobragi machten dagegen mehr oder weniger weiter wie bisher. Die Siedlungen verwalteten sich selbst und die einsam gelegenen Plantagen hatten auch zuvor schon allein zurecht kommen müssen. Auch machte es wenig Unterschiede, ob man Steurern oder Schutzgelder zahlte.
Mit dem Aufblühen der belidischen Südlandfahrt kam eine neue Gruppe in die Gegend. Die Händlergilden der Belider? verfolgten allerdings wieder eine andere Strategie. Ausgestattet mit Freibriefen und Vollmachten ihres Königs gründeten sie in seinem Namen neue Kolonien, die sie selbst verwalten durften. Ein festgelegter Betrag wurde jährlich an den König gezahlt, was darüber hinaus erwirtschaftet wurde, war Gewinn der Gilde, doch mußten davon auch Soldaten und Schiffe bezahlt werden. Den Dhaharranern, die weiterhin mit den Eobragi handeln wollten, blieb nichts anderes übrig, als sich den neuen Herren zähneknirschend zu beugen, und ihre Zölle und Beleidigungen hinzunehmen. Manchen war das zuviel und sie zogen sich ganz aus den Eobragi zurück, andere versteckten sich in entlegenen Buchten und verlegten sich auf die Piraterie. (Auch zuvor waren sie immer mit halber Seele Piraten gewesen.)
Unter den Belidern wurden wieder neue Siedlungen und Plantagen gegründet, Häfen ausgebaut und Festungen erweitert. Sie waren es auch, die als erste ernsthafte Vorstoße aufs Festland unternahmen. Dort war ihnen allerdings bisher noch wenig Erfolg beschieden, was insbesondere am Jungfrauenfieber liegt, das in dieser Gegend endemisch ist.
Wirtschaft
Der Südlandhandel mit den Eobragi bringt große Reichtümer für die Kaufleute, die sich daran beteiligen (so z.B. die Allerooger Gilde. Gehandelt wird aber hauptsächlich mit Luxusgütern. Die wichtigsten davon sind:
- Baumwolle
- Zucker
- kandierte Früchte
- exotische Tiere (lebend oder Tierprodukte wie Federn, Pelze etc)
- Gewürze und Heilpflanzen
- Sklaven
Die Sklaven sind dabei hauptsächlich für den sabessischen Markt, im geringeren Umfang auch für Dhaharran und Perhenien? bestimmt. In Belida ist die Nachfrage geringer, da die Adligen, die große Ländereien besitzen, diese meistens von Leibeigenen bestellen lassen.
Bevölkerung
Viele der Inseln haben ein sehr zerklüftetes, unzugängliches Landesinnere, wo auch heute noch Eingeborene nahezu unberührt leben. Allenfalls Sklavenjäger oder einige Abenteurer auf der Suche nach Pelzen und farbenprächtigen Vögeln wagen sich dort hin.
In den zivilisierteren Gegenden hat sich eine sesshafte Bevölkerung gebildet, die ihre Abstammung meist auf Einwanderer aus Sabessa und Mai Hoi Ne zurückführen kann. Je reiner ihr Blut, desto höher stehen sie in der sozialen Rangordnung.
Die meisten Belider fühlen sich nur als zeitweilige Gäste. Sie kommen, um ihren Dienst in der Verwaltung, im Handel oder als Soldaten abzuleisten, planen aber zumeist, danach wieder in die Heimat zurückzukehren. Einige von ihnen sind aber doch sesshaft geworden, sie leben meist in den größeren Hafenstädten.
Neben den beiden letztgenannten Gruppen, die zusammen die "ehrbare Bevölkerung" bilden, gibt es noch eine breite Unterschicht, die genetisch bunt gemischt ist aus Sabenern, Mai San, Belidern, Dhaharranern und indigenen Völkern. Auch die meisten Piraten stammen aus diesem Schmelztiegel. Diese Leute gelten zwar den höheren Schichten wenig, führen aber trotzdem meist ein recht gutes Leben.
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