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Kristalltod

Daten

Körperlänge

bis zu 40m

Durchmesser

bis zu 3m

Name in versch. Sprachen

Neshtisequa

Nunayta

Naskyrisch

Væka

Kristalltod ist die wörtliche Übersetzung des Neshtiseque-Namens "Nunayta". Es handelt sich bei diesem Tier um einen riesigen, im Eismeer lebenden Wurm. Die Tiere werden nur selten gesichtet und selbst bei den Völkern, die sich regelmäßig ins Eismeer vorwagen, gibt es nur wenige, die einen Kristalltod mit eigenen Augen gesehen haben. Viele halten die Erzählungen über den "männermordenden Wurm der Meere" deswegen für reine Legende.

Für die Naskyrik ist der Kristalltod ein mächtiger, böser Dämon, der insbesondere von Seeleuten gefürchtet wird. Skeptische Naturen zweifeln an seiner Existenz. Bei den Neshtiseque dagegen ist seine Existenz unumstritten. Dort hat der Kristalltod einen festen Platz in der Mythologie als mächtiger, fleischgewordener Naturgeist.

Aussehen und Körperbau

Ein Kristalltod wird bis zu 40m lang und besteht aus etwa 20 Segmenten, die bis zu 3m im Durchmesser erreichen können. Das erste Segment, der Kopf, ist von mehreren harten Platten umschlossen. Diese Platten sind aus einer Substanz, die die Neshtiseque Nunae (Kristall) nennen. Von ihnen hat das Tier seinen Namen. Sechs dieser Platten dienen dazu, den mächtigen Schlund zu schließen, wenn der Kristalltod einmal nicht fressen will, was allerdings selten der Fall ist. Der Kristalltod hat weder Augen noch Ohren.

Der Rest des Körpers ist von einer fahlweißen, ledrig-schleimigen Haut überzogen, die äußerst widerstandsfähig ist. Doch auch wenn der Kristalltod in seinem Erscheinungsbild einem riesigen Wurm ähnelt, ist er eher eine schuppenlose Schlange oder ein gewaltiger Molch ohne Beine, denn er besitzt eine Wirbelsäule. Einige dieser Wirbel haben Fortsätze, die bis zur Haut reichen und dem Körper so Halt geben. Auf jedem dieser Fortsätze sitzt außen ein bis zu einem halben Meter langer Dorn aus Nunae, der von acht Schuppen desselben Materials umschlossen wird.

Vor langer Zeit ist es einigen Neshtiseque gelungen, einen Kristalltod zu erlegen und an die Küste zu bringen. Aus seinen Stacheln wurden Speere gefertigt, von denen noch heute in jedem Dorf? einer aufbewahrt wird. Diese Speere werden in hohen Ehren gehalten und finden in gewissen Ritualen Verwendung.

Der Kristalltod hört nie auf zu wachsen, sondern bildet nach und nach immer weitere Segmente, während die alten immer größer werden.

Ernährung

Der Kristalltod ernährt sich ausschließlich von Plankton. Dazu schwimmt er mit weitgeöffnetem Mail durchs Meer. Das einströmende Wasser leitet er durch seinen ganzen Körper hindurch und über Kiemen hinaus, die sich unter einem Hautsaum am Ende eines jeden Segments öffnen. Vor diesen Kiemen ist ein feines Gewebe, das alle Partikel im Wasser auffängt. Diese werden dann von einem Muskelsaum, den man in Analogie wohl nur als Zunge bezeichnen kann, abgeschabt und in den im Segmentinneren liegenden Magen befördert. Größere, mit eingeströmte Gegenstände oder Tiere werden entweder direkt wieder ausgespuckt oder landen in einem der Mägen, wo sie früher oder später mit verdaut werden.

Fortpflanzung

Noch nie ist es jemandem gelungen, zwei Kristalltode gemeinsam zu beobachten, und so ist nichts über ihr Paarungsverhalten bekannt. Die Tiere legen aber Eier, aus denen schon nach wenigen Stunden kaum fingerlange Würmchen schlüpfen. Viele dieser kleinen Kristalltode werden von Feinden gefressen, insbesondere, da die Eltern keinerlei Brutpflege betreiben. Doch da ein erwachsenes Tier abertausende Eier auf einmal legen kann, ist der Fortbestand der Art trotzdem gesichert.

Feinde

Während die Jungtiere ständig um ihr Leben bangen müssen, hat ein erwachsener Kristalltod nur noch einen Feind, den Meerdrachen. Diese Tiere wagen es als einzige, auf die massigen Riesen Jagd zu machen. Aber nicht selten muss ein Drache seinen Mut mit dem Leben bezahlen, denn ein Kristalltod, der sich angegriffen fühlt, ist ein gefährlicher Gegner. Er umschlingt seinen Feind, fügt ihm mit seinen Stacheln schwere Wunden zu, und versucht, ihn in die Tiefe zu ziehen. Meistens aber wartet der Kristalltod nicht ab, bis er angegriffen wird, sondern attackiert auch ohne Provokation. Und da er nicht sehen kann, sondern allein auf Erschütterungen im Wasser reagiert, greift er alles an, was in etwa die Größe eines Meerdrachen hat. Dies trifft leider auch auf Boote einer gewissen Größe zu, und so kommt der Kristalltod zu seinem Ruf als männermordender Dämon des Eismeeres. Es gibt auch Berichte, daß ein Kristalltod von Menschen, die sich auf einer dünnen Eisscholle bewegten, so in Rage versetzt wurde, daß er das Eis durchbrach um so an die vermeindlichen Feinde zu gelangen.

"Meerdrache und Kristalltod", Artist: Susann Houndsville, Software: GIMP

Es ist nicht bekannt, ob alle Tiere diese Aggressivität zeigen, nur Tiere eines Geschlechts, nur zu bestimmten Zeiten, oder ob es gar nur wenige, aus der Art geschlagene Individuen sind, die solchermaßen Jagd auf Tiere und Boote machen. Womöglich hält sich die Mehrzahl der Nunayta friedliebend in tieferen Wasserschichten auf, doch gibt es hierfür keine Beweise.

Mit einem Kristalltod konfrontiert, sollte man schnellstmöglich versuchen, an Land zu gelangen. Ist das nicht möglich und das Tier weit genug entfernt, verhält man sich am besten absolut ruhig, um keine Bewegung zu verursachen, die dem Kristalltod die Ortung ermöglichen könnte.

Verwertung

Der von den Neshtiseque getötete od. erlegte Kristalltod lieferte die Grundvoraussetzungen dafür, um Nunae verarbeiten und züchten zu können. Abgesehen von diesem wichtigen Beitrag zur Kultur des Volkes hat der Kristalltod keinen praktischen Nutzen für eine der intelligenten Rassen. Selbst wenn ein verendetes Tier gefunden würde, wären wohl nur die Stacheln und die Hornplatten interessant. Das Fleisch des Tieres ist in rohem Zustand absolut ungenießbar, erhitzt man es, bauen sich seine Proteine zu einem zähen, unappetitlichen Schleim ab.


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Letzte Änderung: May 30, 2016, at 09:31 PM