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Die Tracht der Ishia

Kleidung

Sämtliche Kleidung der Ishia ist aus Leder oder Pelz gefertigt. Da sie im Sommer nomadisch leben und dann all ihr Hab und Gut mit sich tragen müssen, haben sie gelernt, mit wenigen Stücken auszukommen und trotzdem für jedes Wetter passend gekleidet zu sein.

Hose

Die Hose ist aus Leder und ist bei allen Ishia gleich. Nur Kleinkinder tragen sie nicht. Sie wird fast immer getragen und nur zum Baden oder Waschen abgelegt. Allenfalls an einem heißen Sommertag oder in der wohligen Wärme des Winterhauses verzichtet einmal ein Ishia komplett auf sie.
Bei den Ishia gilt es als schick, möglichst enge Hosen zu tragen. Deswegen werden die Hosenbeine auf der Außenseite auf der ganzen Länge wie ein Korsett geschnürt. Ein Gürtel ist darum nicht erforderlich. Meistens ist die Schnürung mit einem besonders weich gegerbten Stück Leder hinterfüttert. Die ersten Tage mit einer neuen Hose sind relativ unbequem, aber wenn sie sich einmal an den Körper des Trägers angepasst hat, sitzt sie wie eine zweite Haut.
Am Bund sind die beiden Hosenbeine zusammengenäht, allerdings nicht im Schritt. Hier ist das Leder sogar extra so geschnitten, daß ein ausreichend großer Spalt bleibt. Denn da die Schnürung einige Zeit erfordert, kann die Hose nicht für jedes größere oder kleinere Geschäft abgelegt werden.

Lendenschurz

Über (nicht unter!) der Hose wird ein Lendenschurz getragen, der von einem geflochtenen Gürtel gehalten wird. Er ist aus besonders weichem Leder gefertigt und wird besonders gut geölt, um ihn geschmeidig zu halten. Der Lendenschurz wird oft gewaschen und die meisten Ishia besitzen einen zweiten zum Wechseln.
Während die Hose bei Jägern und Sammlerinnen gleich ist, unterscheidet sich der Schurz. Jäger tragen ein symmetrisches Stück Leder, das vorne wie hinten etwa bis zur Mitte der Oberschenkel reicht und gerade breit genug ist, um die Blöße zu verdecken. Der Schurz von Sammlerinnen dagegen besteht aus zwei Lederstücken. Das schmälere geht zwischen den Beinen hindurch und hängt hinten wie bei den Jägern bis zur Mitte der Oberschenkel. Vorne ist ein zweites, breiteres Stück Leder so angesetzt, daß die Naht genau an der Oberkante des Gürtels verläuft und der Schurz vorne in vielen Falten bis unter die Knie hinabhängt. Dieser vordere Teil ist aus festerem Leder und kann von der Sammlerin als geräumiger Beutel verwendet werden, wenn sie seine Zipfel zusammenfaßt.

Oberbekleidung

Männer tragen im Sommer oft gar keine Oberbekleidung. Frauen dagegen (Jägerinnen wie Sammlerinnen) tragen eine Art ärmelloses, bauchfreies Top aus Leder, das vorne geschnürt wird.
Wird das Wetter etwas kälter, tragen beide Geschlechter ein langärmeliges, ledernes Hemd, in das einfach hineingeschlüpft wird. Es reicht bis knapp über die Taille, so daß Gegenstände, die am Gürtel befestigt sind, immer noch erreichbar sind.

Winterkleidung

Im Winter werden über der normalen Kleidung zusätzlich Hemd und Anorak aus Pelz getragen. Da diese Kleidungsstücke im Sommer mitgeführt werden, wird darauf geachtet, daß das Leder sehr weich gegerbt wird, damit man sie besser zusammenrollen kann. Im Normalfall werden diese Kleidungsstücke mit der geölten Lederseite nach außen getragen. Jäger aber wenden manchmal zur besseren Tarnung die Pelzseite nach außen. Sie achten deswegen darauf, möglichst weiße Felle zu verwenden. Am begehrtesten dafür ist das Fell des Schneelöwen, was aber auch damit zusammenhängt, daß die Jagd auf ihn schwer und gefährlich ist. Sammlerinnen bevorzugen das weiche, aber braune Unterfell des Thirmu.
Die Winterhose besteht aus zwei recht weiten Röhren, die an Bund und Schritt zusammengenäht sind. Sie wird am Gürtel des Lendenschurz befestigt. Der Anorak wird vorne übereinandergeschlagen und durch einen Gürtel gehalten. Er besitzt eine warme, pelzbesetzte Kapuze. Der Anorak der Sammlerinnen ist dabei deutlich weiter geschnitten, da sie im Winter oft ein Kleinkind unter dem eigenen Anorak tragen, um es zu wärmen. In diesem Fall dient ein zusätzlicher Pelzkragen dazu, den Halsausschnitt zu schließen und das Kind trotzdem atmen zu lassen.
Im Sommer wird die Winterkleidung zusammen mit den Stiefeln zu einer festen Rolle geschnürt, damit sie am Sattel eines Reit- oder Packpferdes so wenig Platz wie möglich einnimmt. Auf diese Weise ist sie immer zur Hand, falls es zu einem plötzlichen Kälteeinbruch kommt, was immer wieder geschieht.

Schuhe

Im Sommer gehen die Ishia barfuß. Für den Winter gibt es bis unter die Knie reichende Pelzstiefel, die bei großer Kälte noch zusätzlich mit trockenem Gras o.ä. ausgestopft werden.

Schmuck und Verzierung

Verzierungen und Schmuckstücke dienen bei den Ishia niemals einem rein ästetischen Bedürfnis, sondern machen immer auch eine Aussage über die Fähigkeiten des Trägers.
Jäger schmücken sich mit den Trophäen ihrer Jagdbeute?. Möglichkeiten dazu gibt es viele, die hier nicht alle aufgezählt werden können. Meistens wird die Kleidung mit applizierten Mustern aus dem Fell anderer Tiere geschmückt, daneben finden sich Ketten und Armbänder aus Zähnen, Klauen oder Federn.
Verheiratete Sammlerinnen schmücken sich oft mit den Trophäen ihres Jägers. Wichtiger für eine Sammlerin ist es aber, ihr eigenes Geschick unter Beweis zu stellen. Dazu werden spezielle Wurzeln, Beeren etc gesucht, um aus ihnen Farben zu gewinnen, mit denen die Kleidung dann kunstvoll bemalt wird.
Bei beiden Geschlechtern gibt es Individuen, die in bewußter Umkehr der üblichen Tradition auf Schmuck ganz oder weitgehend verzichten. Es handelt sich hierbei meist um die besten Jäger bzw. Sammlerinnen eines Stammes, die auf diese Weise betonen, daß ihr Können keinen Beweis braucht. Allerdings ist deren Kleidung meist nicht so einfach, wie sie auf den ersten Blick wirkt. Statt z.B. nur die Kapuze der Winterjacke aus dem Fell des Schneelöwens zu fertigen (das dafür am besten geeignet, aber auch sehr schwer zu erjagen ist), wird dann die ganze Jacke komplett aus diesem Fell gefertigt. Da sie in aller Regel mit der Fellseite nach innen getragen wird, ist das erst beim genaueren Hinsehen zu erkennen.

Haartracht

Alle Ishia tragen ihre Haare lang, oft bis zum Gürtel oder darüber. Um sie im ständigen Wind der nördlichen Ebenen bändigen zu können, werden sie kunstvoll geflochten. Dabei werden die Haare am Kopf in vielen, dicht am Kopf geflochtenen Zöpfen getragen, die sich dann bis zum Nacken zu einem oder zwei dicken Zöpfen vereinigen. Dabei gibt es unzählige Muster und jeder ist ständig bemüht, neue zu erfinden. Sich gegenseitig die Haare zu flechten, ist eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Ishia und gilt als Freundschaftsbeweis.

Die Tracht der Schamanen

Um ihre besondere Stellung zu unterstreichen, weicht die Tracht der Schamanen in einigen Punkten vom Üblichen ab. Näheres findet sich im Artikel über die Schamanen.


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Letzte Änderung: March 26, 2014, at 08:05 AM