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Homosexualität bei den Ishia

Homosexuelle Beziehungen sind bei den Ishia im Gegensatz zu vielen anderen Völkern Aurhims relativ häufig. Allerdings ist auch bei ihnen nicht jede Paarung gleich gern gesehen.

Eine dauerhafte Bindung sollte nach dem Verständnis der Ishia immer auf Kinder ausgerichtet sein. Davor und daneben können andere, kurzfristigere Bindungen bestehen, die allerdings als "Privatvergnügen" gelten und nur solange geduldet werden, wie sie das Familienleben nicht einschränken.

Für eine Familiengründung ist bei den Ishia nicht das biologische, sondern das soziale Geschlecht? ausschlaggebend. Zu einem vollwertigen Paar gehört ein Jäger und eine Sammlerin. Damit sind lesbische Paarungen den heterosexuellen vollkommen gleichgestellt. Liebschaften zwischen zwei Männern haben diesen Status dagegen nicht. Rein sexuelle Kontakte zwischen Männern, insbesondere, wenn sie während ausgedehnten Streifzügen abseits des Lagers stattfinden, werden geduldet und gelten vor allem bei jungen Jägern als relativ normal. Wenn aber zwei Männer ihre Liebe zueinander demonstrativ zur Schau stellen, oder sogar aus diesem Grund eine Bindung zu einer Sammlerin hinauszögern, gelten sie als abnormal und sind strengsten Repressalien ausgesetzt. Die Abscheu ihrer Stammesgenossen ist ihnen gewiss und es kann körperliche Strafen, sogar die Todesstrafe, nach sich ziehen, wenn sie nicht voneinander lassen.

Nachwuchs bei lesbischen Paaren

Lesbische Paare sind also für die Ishia etwas relativ normales. Aber auch von ihnen wird erwartet, daß sie Kinder großziehen. Wenn nicht eine der beiden Frauen ein Kind in die Ehe mitbringt, stellt sich damit die Frage nach einem biologischen Vater. Dafür haben sich bei den Ishia eigene Traditionen herausgebildet.

Die beiden Frauen entscheiden gemeinsam, wer der Vater des Kindes sein soll. Dabei achten sie darauf, daß er möglichst gute Erbanlagen mitbringt. Die besten Jäger und Krieger werden dabei klar bevorzugt, wenn auch das Aussehen eine gewisse Rolle spielt. Wenn der Mann bereits Kinder gezeugt hat, ist das gut, allerdings ist das für die meisten Paare nicht unbedingt Pflicht. In aller Regel stammt der Mann aus dem eigenen Stamm, aber das Große Sommerfest wird gerne auch genutzt, um sich einen Vater aus einem anderen Stamm zu suchen.

Haben sich die beiden Frauen auf einen Kandidaten geeinigt, fragen sie ihn, ob er mit ihnen zum Baden geht. Nun ist es zwar bei den Ishia nicht unüblich, daß Menschen beiderlei Geschlechts miteinander nackt baden - ohne jeden Hintergedanken - aber wenn die Frage so explizit gestellt wird, weiß jeder, was gemeint ist.

Das gemeinsame Bad dient noch einmal dazu, die - im wahrsten Sinne des Wortes - nackten Tatsachen abzuklären. Sind beide Parteien prinzipiell einverstanden, werden noch die genauen Modalitäten ausgehandelt. Wann, wie oft, ob mit einer Frau oder mit beiden und wie viel Freiheit sich der Mann nehmen darf... Es geht darum, die Grenzen so klar wie möglich abzustecken und etwaigen Missverständnissen vorzubeugen. Die Gespräche sind betont nüchtern, denn es ist ein Handel und keine Liebesbeziehung. Sie sind auch der letzte Moment, in dem sich der Mann noch ohne Gesichtsverlust zurückziehen kann. Später würde er sich damit zum Spott des ganzen Stammes machen. Die Frauen dagegen können die Sache jederzeit abblasen.
Ist man sich letztendlich auch hier einig geworden, verhalten sich alle der Abmachung entsprechend, bis klar ist, daß die gewünschte Schwangerschaft eingetreten ist. Ab diesem Moment hat der Mann keinerlei Verpflichtungen mehr. Zwar wird das Kind später in dem Wissen aufwachsen, wer sein biologischer Vater ist, aber vor dem Gesetz gilt er nicht als Vater.

Bei einer so engen Gemeinschaft wie einem Ishia-Stamm ist es unmöglich, ein solches sexuelles Verhältnis über längere Zeit geheimzuhalten und das wird auch gar nicht versucht. Im Gegenteil: für die Frauen ist es die normalste Sache der Welt, für den Mann dagegen ist es mit einem enormen Prestigegewinn verbunden, ausgewählt zu werden. Sollte er selbst in einer festen Partnerschaft leben, wird von seiner Partnerin erwartet, daß auch sie stolz darauf ist. Tatsächlich ist es auch für sie mit einem Prestigezuwachs verbunden, hat sie es doch geschafft, sich einen der begehrtesten Männer des Stammes dauerhaft zu sichern.

Im Normalfall haben die beiden Frauen vorher ausgemacht, wer von ihnen beiden schwanger werden soll, der Geschlechtsverkehr findet dann nur mit der betreffenden Frau statt (auch wenn die Partnerin meistens dabei ist). Manchmal überlassen die Frauen diese Entscheidung aber auch dem Zufall, schlafen beide mit dem Mann und warten, wer zuerst schwanger wird. Dabei besteht natürlich das Risiko, daß beide gleichzeitig schwanger werden. Dann müssen sie sich entweder trennen und jede für sich einen neuen Jäger suchen, oder sie schaffen es z.B. mit der Unterstützung des Kindsvaters (der dazu allerdings nicht verpflichtet ist), die Zeit bis zur Geburt irgendwie zu überstehen und die beiden Kinder dann wie Zwillinge aufzuziehen. Allerdings muß die Jägerin in einer solchen Beziehung schon außergewöhnlich gut sein, um ihre Familie zu versorgen. Die letzte Möglichkeit ist dann oft nur noch, ein Kind von einem anderen Paar adoptieren zu lassen.


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Letzte Änderung: March 18, 2014, at 09:26 PM