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Daten

Hauptstadt

Allerheim

Staatsform

Basisdemokratie

Alleroog

Alleroog ist eine kleine Insel mitten im Nordmeer. Obwohl sie nur wenig näher an Apaconor als an Diconor liegt, wird sie traditionell zum erstgenannten Kontinent gerechnet, da sie von dort aus besiedelt wurde.

Geographie und Klima

Alleroog liegt auf einem mittelozeanischen Rücken in etwa auf halber Strecke zwischen Apaconor und Diconor. Die Ostseite der Insel wird von einem auch heute noch aktiven Vulkan gebildet, der aufgrund seiner gespaltenen Spitze als Zwillingsgipfel bekannt ist. Westlich schließt sich eine weite Ebene an, die etwa hundert bis zweihundert Meter über dem Meeresspiegel liegt. Im Norden und Süden fällt sie in steilen, bewaldeten Hängen ab, nach Westen hin läuft sie sanft aus.
Die Nordküste ist immer wieder starken Stürmen ausgesetzt, hier donnern die Wellen an vielen Stellen direkt gegen die Felsen und es gibt nur wenige Buchten, die etwas geschützter liegen. Die Südküste dagegen ist sehr viel ruhiger. Hier hat sich ein breites Schwemmland angesammelt, auf dessen fruchtbarem Boden der Großteil der Allerooger wohnt. Am Ostende dieses Schwemmlandes schiebt sich eine Felsflanke vom Zwillingsgipfel bis weit ins Meer hinaus und in ihrem Windschatten befindet sich ein besonders geschützter Hafen. Hier liegt Allerheim, die größte Siedlung der Insel.

Geschichte

In der zweiten Hälfte des 18. Jhdts auc wurde der Walfang zu einem wichtigen Erwerbszweig für die Küstenbewohner Nordbelidas. Einer dieser Walfänger - wer ist nicht bekannt - entdeckte um das Jahr 1770 auc weit draußen im Ozean eine Insel, die nicht nur einen sicheren Hafen, sondern auch Brennholz und Trinkwasser im Überfluß bot. Es dauerte nicht lange, bis die Insel zum wichtigsten Stützpunkt der Walfänger wurde. Zu Beginn des Sommers pflegten die Schiffe einige Männer auf der Insel abzusetzen, die dort jagten und Holz fällten, so daß die Vorräte bereit lagen, wann immer die Schiffe zurück in den Hafen kamen. Dies erwies sich als so vorteilhaft, daß gegen 1890 einige Männer mitsamt ihren Familien auf die Insel zogen und dort eine dauerhafte Siedlung gründeten. Allerheim wuchs schnell zu einem stattlichen Dorf heran, dessen Bewohner Ackerbau und Fischfang betrieben, und alle Überschüsse zu sehr hohen Preisen an die Walfänger verkaufen konnten.

Dieses Idyll fand 1826 ein jähes Ende. Auf einem belidischen Kriegsschiff hatte die Besatzung unter Führung des ersten Offiziers gemeutert. Nachdem sie feststellen mußten, daß sie unter den Piraten der Eobragi? nicht gern gesehen waren und sie dort also keinen Unterschlupf finden konnten, beschlossen sie, sich Alleroog anzueignen. Sie besetzten die Insel und unterjochten die Einwohner. Jedes Schiff, das sich nun der Insel näherte, wurde verjagt oder wenn möglich besetzt und die Mannnschaft gefangengenommen. Wer klug war, schloss sich den Meuterern an, der Rest mußte für die Besatzer schuften. Insbesondere ließen sich die Meuterer eine befestigte Halle bauen, die von einer hohen Mauer umgeben war. Auch alle hochseetauglichen Schiffe der Inselbewohner wurden vernichtet oder konfisziert, um jede Flucht zu verhindern, was die Möglichkeiten zum Fischfang stark beschnitt. Insgesamt lebten die Meuterer weit über den Verhältnissen der kleinen Insel, insbesondere nun, da die Walfänger ausblieben. Die Bevölkerung verarmte dadurch immer mehr.

Einem jungen Mann allerdings gelang zusammen mit seiner Verlobten die Flucht in einem kleinen Ruderboot. Die beiden lebten einige Jahre in Perhenien? bis sie dort die Bekanntschaft einiger Söldner machten. Gemeinsam fasste man den Entschluss, Alleroog zu befreien. Neun junge Leute, darunter drei Frauen, machten sich im Sommer 1838 auf, den Meuterern die Stirn zu bieten. Es gelang ihnen, die Meuterer vollkommen zu überraschen und sie letztendlich zur Aufgabe zu zwingen.

Der Sieg jedoch brachte zuerst nicht den Frieden, den sich alle erhofft hatten. Über die Jahre waren viele Verbrechen begangen worden. Frauen waren vergewaltigt worden, Besitz geraubt oder zerstört. Nicht wenige verlangten deswegen blutige Rache. Auf der anderen Seite hatte es aber auch freundschaftlichere Verbindungen zwischen Besatzern und Besatzten gegeben. Einige Söhne hatten sich den Meuterern freiwillig angeschlossen, junge Mädchen sich verliebt und mit einem von ihnen eine Familie gegründet. Daneben gab es Meuterer, die stets versucht hatten, das Los der Bevölkerung zu verbessern, insbesondere der Schiffsarzt hatte sich auf diese Weise große Sympathien erworben. Streit drohte die Gemeinschaft zu zerstören.

Anirhél, eine der Frauen, die geholfen hatte, die Insel zu befreien, nahm schließlich die Dinge in die Hand. Unter ihrer Führung wurde eine Jury berufen, die jeden Vorwurf genau protokollierte, und schließlich jeden der Meuterer einzeln verurteilte. Die schlimmsten von ihnen, darunter der Anführer, wurden hingerichtet. Einige wenige konnten freigesprochen werden. Der Rest sollte zuerst ausgewiesen werden, aber um sich seiner Leute zu versichern, hatte der alte Anführer seine Männer gezwungen, sich als Meuterer zu brandmarken. Wäre einer von ihnen von der belidischen Marine aufgegriffen worden, hätte ihnen der Galgen gedroht. Als Ausweg wurde schließlich die Allerooger Gilde gegründet. Einige besonders vertrauenswürdige Personen übernahmen ihre Führung (darunter alle neun der Befreier), und verbürgten sich für die Sicherheit der Insel. Die verurteilten Meuterer dagegen mußten der Gilde je nach Schwere der Schuld einige Jahre dienen und so Buße tun. Es dauerte, bis das Misstrauen sich verflüchtigte, aber da sich die Gilde von Anfang an stark für das Wohlergehen aller Bewohner einsetzte, gewann sie allmählich mehr und mehr Befürworter. Der Hafen wurde neu ausgebaut und bald kamen die Walfänger wieder wie eh und je. Die Gilde begann, sich am lukrativen Südlandhandel zu beteiligen. Ihre Schiffe boten gut bezahlte Arbeitsplätze und es dauerte nicht allzulange, da war die Insel reicher als vorher. Flüchtlinge aus vielen Ländern fanden hier eine neue Heimat. Sie brachten neue Handwerkszweige mit, und die Insel wurde von einem einfachen Versorgungsposten einiger Walfänger zu einem wichtigen Handelsknoten im Osten Apaconors.

Bewohner

Die ersten Bewohner Alleroogs stammten fast ausschließlich aus Nordbelida. Mit den Meuterern kam dann ein starkes südbelidisches Element dazu. Unter Führung der Gilde kamen schließlich Menschen aus ganz Apaconor und selbst aus Eoconor auf die Insel.

Nordbelidisch hat sich als Verkehrssprache etabliert, aber die Einwohner haben sich an all die verschiedenen Kulturen gewöhnt. Das Zusammengehörigkeitsgefühl als "Allerooger" wiegt schwerer als jeder Unterschied in Sprache, Kultur oder Religion und für den Handel ist es nur von Vorteil, Menschen aus allen Erdteilen dabei zu haben.

Wirtschaft

Der bei weitem größte Arbeitgeber auf Alleroog ist die Allerooger Gilde. Ihre Aktivitäten sind in einem eigenen Artikel beschrieben.
Daneben gibt es insbesondere in Allerheim eine größere Anzahl an Handwerkern und kleinen Läden. Für die Besatzungen der fremden Schiffe, die der Hafen anlockt, aber auch für die Einheimischen gibt es eine Werft sowie eine Vielzahl an Kneipen und Schenken.
Die Großteil der Bevölkerung, insbesondere in den kleineren Siedlungen der Insel, lebt allerdings von Ackerbau und Fischfang.

Staatsform und Verhältnis zu Belida

Die meisten Allerooger stammen aus Belida?, und insbesondere zu Beginn fühlte man sich mehr oder weniger zu Belida gehörig, auch wenn es nie einen Repräsentanten des belidischen Königs auf der Insel gab und man ihm auch keine Abgaben zahlte.
Nach der Befreiung der Insel wurde in Allerheim und später auch in den anderen Siedlungen ein Stadtrat gegründet, der sich allerdings eher an die Gepflogenheiten Perheniens? als an die der belidischen Städte anlehnte. Stück um Stück kamen weitere Staatsorgane hinzu (z.B. wurde 1843 eine regelmäßig tagende Gerichtsversammlung ins Leben gerufen). Als dann 1849 der Versuch Herzog Girions, die Insel zu erobern, abgewehrt werden konnte, war man auch mental so weit, sich als eigener Staat zu bezeichnen. Während interne Angelegenheiten nach wie vor in der Versammlung aller Betroffenen geregelt werden, hat die Gilde die Vertretung Alleroogs nach außen hin übernommen, auch wenn sie nach wie vor offiziell ein Zusammenschluß von Privatpersonen ist. Dies ist insbesondere auf die behutsame Art zurückzuführen, in der Anirhél die Gilde von Anfang an geleitet hat. Sie hat sich dabei soviel Respekt verdient, daß die Inselbewohner sie 1849 auch zur Sprecherin für alle - Gildenmitglieder und andere - wählten.

Letzte Änderung: March 18, 2014, at 12:25 PM